Tipps für Ausflüge

Eigentümlichkeiten der Natur – geografisch-landschaftliche Gegebenheiten

Westmasuren ist  Touristische Region, an der Grenze drei geograpfischen Regionen liegt: / Ilwa Seeplatte Olsztynskie Seeplatte , Garb Lubawski / Sie umfasst auch kleinere Seenkomplexe oder Teile anderer Seenplatten. Die hiesige Landschaft ist das Ergebnis der letzten Eiszeit. Moränenhügel, flache Täler, Rinnseen und kleinere Wasserbecken formen die hügelige Vielfalt der Landschaft. Aufgrund der hügeligen Beschaffenheit der Umgebung quellen hier zahlreiche Flüsse (Drwêca £yna, Wel). Typisch für diese Gebiete ist ihr überdurchschnittlich hoher Waldanteil. Unter den unzähligen Hügeln der Region gilt ein Hügelkomplex als der größte. Es ist die Wzgórza Dylewskie (Kernsdorfer Höhe), eine Anhöhe, die den höchsten Punkt Nordostpolens darstellt (312 m ü.d.M.). Dieser Ort ist nur ein Teil eines größeren Komplexes, des Garb Lubawski (Hockerland), das sich zwischen Lubawa (Löbau) und Nidzica (Neidenburg) erstreckt. Der Reichtum dieses Gebietes entfaltet sich in seiner untypischen Flora und Fauna. Hier leben u.a. für Nordpolen ungewöhnliche Tier- und Pflanzenarten, die eher mit der bergischen Region in Verbindung gebracht werden (darunter das Mufflon). Der Landschaftsschutzpark Wzgórza Dylewskie zählt zu den Naturschätzen Westmasurens, die über großes touristisches Potential verfügen. Gegenwärtig befindet sich hier u.a. ein Skilift, in dessen Nähe ein luxuriöses SPA Hotel entstanden ist. Dank dieser Möglichkeiten bietet der Landschaftsschutzpark auch außerhalb der Hauptsaison zahlreiche Attraktionen. Die natürlichen Vorzüge dieser Region entfalten sich in ihren Seen, in weiten Waldflächen und Flüssen. Die Hauptflüsse Westmasurens heißen: Drweca, Waska, Pasleka oraz Wel, Ilga, Ilawka i Grabiczek. Die größten Seen der Region sind: Drweckie, Pauzenskie, Szelag Wielki, Narie, Dabrowa Wielka, Ruda Woda, Bartezek, Marag, Gil Wielki, Ilinsk, Sambród, Maróz, Mielno, Pluszne, Jeziorak, Rucewo Wielkie, Karas Ewingi und Gaudy. Die weitläufigen Waldflächen erhöhen den Komfort der Urlauber und bereichern ihre Erholungsmöglichkeiten. Vom Reichtum der hiesigen Wälder zeugen die zahlreichen Formen des Naturschutzes, denen  viele Orte und Naturdenkmäler unterliegen (Wzgórza Dylewskie, Oberlandkanal, Eylauer Seenplatte, der obere Lauf der Drewenz, die Wälder um Tabórz, der Fluss Wel).

Ausflugsziele

  • Der Oberlandkanal ist das Aushängeschild der touristischen Sehenswürdigkeiten der Westmasuren. Er ist auch überregional und sogar landesweit eine Attraktion. Diesen hohen Rang verdankt dieses System von Wasserwegen seinen weltweit einzigartigen hydrotechnischen Lösungen. In den Jahren 1844-1881 zu wirtschaftlichen Zwecken erbaut, ist der Kanal bis heute funktionstüchtig und zieht seine Besucher weiterhin in seinen Bann. Er ist ein historisches Denkmal des kulturellen Erbes dieser Region.

    Der Oberlandkanal ist europaweit der einzige funktionierende Kanal, der Schiffe  über Land transportiert. Er ist seit 120 Jahren in Betrieb. Vier Schleusen und fünf Rollberge sorgen für die Überwindung des Höhenunterschieds, der über 100 Meter beträgt, zwischen den Seen Pniewo (Pinnausee, Masuren) und Dru¿no (Drausensee, Weichselwerder). Sie sind die originellsten technischen Einrichtungen auf dieser Strecke und machen den Kanal zu einem technischen Wunder des 19. Jahrhunderts. Die Rollberge sind dabei besonders außergewöhnlich, da dank ihnen die Schiffe bergauf und bergab auf Gras fahren können. Dazu sind Plattformen auf Schienen errichtet worden, die von Wasserrädern angetrieben werden. Die Rollberge können in den Gemeinden Paslek (Preussisch Holland) und Rychliki (Reichenbach, Landkreis Elbl±g) bestaunt werden. Die gesamte Route setzt sich aus drei Abschnitten mit der Gesamtlänge von 130 km und zahlreichen Nebenwegen zusammen, die Seen und befahrbare Flüsse umfassen. Der längste Abschnitt verbindet die Städte Ostróda (Osterode) und Elblag (Elbing). Der zweite Abschnitt erstreckt sich zwischen Milomlyn (Liebemühl) und Ilawa (Deutsch Eylau), und der dritte zwischen Ostróda (Osterode) und Stare Jablonki (Jablonken). Durch den Fluss Elblag und das Frische Haff verbindet der Kanal die Masuren mit der Ostsee.
  • Das Schlachtfeld bei Tannenberg - in der Nähe des Dorfes Grunwald (Grünfelde), in der gleichnamigen Gemeinde, Landkreis Ostróda (Osterode). Der Ort ist an ein für die Geschichte Polens wichtiges Ereignis gebunden. Am 15. Juli 1410 fand hier eine der größten mittelalterlichen Schlachten statt. Das Heer des Ordensstaates kämpfte gegen polnisch-litauische Truppen, die letztendlich als Sieger hervorgingen. Heute erinnert daran ein Denkmal, das hoch über die Felder hinausragt. Zu seinen Füßen steht das historische Museum, dessen Ausstellungsstücke thematisch mit der Schlacht verbunden sind. An diesem historischen Schauplatz findet jedes Jahr zur Jubiläumsfeier der Schlacht ein Re-Enactment statt, an dem Tausende Ritter (aus ganz Europa) und zig Tausende Besucher teilnehmen.
  • Olsztyn /Allenstein/ war und ist eine Stadt, in der wichtige politische, kulturelle und wissenschaftliche Ereignisse stattfinden. Nikolaus Kopernikus suchte hier bei seinen Himmelsbeobachtungen Antworten auf seine Fragen, Napoleon Bonaparte marschierte an der Spitze seiner Armee auf seinem siegreichen Feldzug 1807 und der Komponist Feliks Nowowiejski ließ sich hier für seine Kompositionen inspirieren. Die Baudenkmäler Olsztyns waren Zeuge dieser großen Ereignisse und versinnbildlichen die historische Vielfalt und reichhaltige Kultur dieser Gegend. Die katholische Tradition verflechtet sich mit der evangelischen und orthodoxen, die polnische mit der deutschen; mittelalterliche handwerkliche Tradition mit Erzeugnissen der industriellen Revolution des 19. Jh.s. Die Besichtigung Olsztyner Baudenkmäler ist eine Übersicht über verschiedene Etappen der Stadtentwicklung. Es sei daran zu erinnern, dass zahlreiche Schicksalsschläge in der Stadtgeschichte einen beachtlichen Teil des gesammten materiellen Gutes Olsztyns zerstörten. Heutzutage ist Olsztyn auch ein wichtiges Touristenzentrum, hauptsächlich wegen seiner günstigen Lage inmitten von Seen und Wäldern und durch seine zahlreichen Baudenkmäler und andere Attraktionen. Die Olsztyner Baudenkmäler liegen auf der Europäischen Route der Backsteingotik, Route der gotischen Burgen und Schlösser, Kopernikusweg und Jakobsweg
  • Ostróda (Osterode) – an der Drewenz erbaute, gotische Burg aus den Anfängen des 14. Jahrhunderts. Auf den Fundamenten einer Festung erbaut, war die Burg zunächst ein hölzernes Konstrukt, das im Laufe des Jahrhunderts umgebaut und befestigt wurde. Seit 1393 besteht die Burg aus Backstein. Sie formt ein Rechteck mit einem Hof in der Mitte und ist von einer Zwischenmauer und einem Burggraben umgeben. Der Vorderflügel mit dem Tor, so wie zwei Seitenflügel waren für den Komtur reserviert. Nach der siegreichen Schlacht bei Grunwald nahmen polnische Truppen die Burg ein, die im Jahre 1642 umgebaut wurde. 1788 zerstörte ein Feuer ein ganzes Stockwerk der Burg. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie einem gründlichen Umbau unterzogen, wurde aber 1945 in Brand gesetzt (große Teile der Mauern und die Verliese blieben erhalten). Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Burg regelmäßig restauriert. Heute ist sie ein Kulturzentrum, in dem eine Bibliothek, ein Museum und ein Restaurant Platz gefunden haben.
  • Olsztynek (Hohenstein) (Landkreis Olsztyn) – der osteroder Komtur Gunther von Hohenstein begann ca. 1350 die Bauarbeiten der Festung in Hohenstein, die bis 1366 andauerten. Den Grundriss der Burg formte ein Viereck, dessen drei Seiten von hohen Gebäuden geformt wurde. Die vierte Seite war eine Schutzmauer mit Tor und hohem Turm. Der gepflasterte Hof wurde vom Norden her durch ein hohes Wohnhaus abgeschirmt, in seiner Mitte stand ein Brunnen. Im 19. Jahrhundert wurden die Burgräume zu Bildungszwecken umgebaut. Diese Funktion ist 1974 wieder aufgenommen worden, so dass sich dort seit dieser Zeit ein Schulkomplex befindet. Die Burg verfügte einst über ein zweistöckiges Verlies, dessen tieferer Teil im 19. Jahrhundert zugeschüttet wurde. Das obere Kellergeschoss beherbergte in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein Restaurant. Heute wird es für kulturelle Zwecke genutzt.
  • Paslek (Preussisch Holland) (Landkreis Elblag) – Kreuzritterburg. Der heutige Nordflügel entstand ungefähr im Jahre 1320. Das Gebäude hat einen rechteckigen Grundriss mit den Maßen 40x51 m. Seine Kellerräume und Verliese waren so weitläufig, dass sie weit über die Stadtmauern hinausgingen. In den vierziger Jahren des 15. Jahrhunderts unterlag die Burg einem groß angelegten Umbau, der den Anbau des Ost- und Westflügels umfasste. Ferner erhielt der älteste Kern des Gebäudes an seinen Ecken zwei runde Türme. Zu preußischen Zeiten ist die Burg in eine Wagenhalle und ein Krankenhaus umgebaut worden. Ihr Nordflügel beherbergte eine Schule. 1699 entschied man sich dafür, daraus ein Gefängnis zu machen. 1972 führte eine gründliche Behebung der Kriegsschäden letztendlich dazu, dass die Burg zum Sitz der kommunalen Selbstverwaltung wurde. In ihren Räumen befinden sich ferner eine Bibliothek und das städtische Kulturzentrum.
  • Szymbark (Schönberg) (Landkreis Ilawa) – 9 km von Ilawa entfernt, ragt an den Ufern des Szymborski-Sees die 1386 auf steinernem Fundament erbaute Burg aus Backstein empor. Sie war ursprünglich als Residenz des Domprobstes von Pomesanien gedacht und hatte einen rechteckigen Grundriss und 12 Türme. 1527, nach der Säkularisierung Preußens, trat das Domkapitel diesen Besitz samt dazugehöriger Güter an Albrecht von Hohenzollern ab, der ihn wiederum einem deutschen Adelsgeschlecht überließ. 1699 kam das traditionsreiche preußische Adelsgeschlecht Finck von Finckenstein in seinen Besitz und behielt es bis 1945. Der Kern des Gebäudes ist gotisch, doch weisen seine im Verlauf der Jahrhunderte umgebauten Teile Elemente der Renaissance und des Barock auf.  Zusätzlich ist die gesamte Südseite Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil umgebaut worden. Das Feuer von 1946 zerstörte das Gebäude in dem Maße, dass es bis heute nicht wieder aufgebaut wurde. Die Burg von Szymbark bezaubert trotzdem dank ihres monumentalen Charakters. Sie ist die zweitgrößte nach der Marienburg und somit seit Jahren eine Touristenattraktion.
  • Das Freilichtmuseum in Olsztynek (Hohenstein)
    1910 erbaut, ist es eines der ältesten Freilichtmuseen in Polen. Der Komplex befindet sich am nördlichen Stadtrand. Er ist wunderschön angelegt, hat zauberhafte Teiche, kleine Waldoasen, Sümpfe, Felder, Wiesen und Weiden. Die Schönheit der Landschaft wird durch die Anwesenheit verschiedener Tiere bereichert. Es lassen sich Pferde (auch Koniks aus der Familie der Tarpane), Kühe, Ziegen, Schafe, Kaninchen und Vögel beobachten. Vielfältig sind auch die Ausstellungsstücke. Neben der Architektur (50 Exponate) gehören dazu auch um die 8000 Musealien, die die materielle Kultur repräsentieren, ca. 2000 Ausstellungsstücke der volkstümlichen Handwerkskunst und über 6000 Bücher. Die vorgestellten Gebäude stammen aus Ermland, Masuren, Powisle, Barten, Samland und Preußisch-Litauen. Sie sind architektonisch sehr vielfältig, was das Freilichtmuseum landesweit zu einem der interessantesten macht. Unter ihnen sind neben Wohngebäuden auch Werkstätten, Tierscheunen, Sakralbauten und Industriegebäude, wie die Wassermühle, vier Windräder, eine Ölmühle, eine Schmiede, eine Weberei und eine Töpferei.